Wünsche eines Hundes an seinen Herren

Mein Leben dauert zehn, vielleicht auch zwölf Jahre. Deshalb schmerzt mich auch jede Trennung von Dir. Denke daran, ehe Du mich zu Dir nimmst. Gib mir genügend Zeit, zu verstehen, was Du eigentlich von mir willst. Ich lebe von dem Vertrauen, das Du in mir erwecken mußt.

Sei nie lange böse mit mir, und sperre mich nicht zur Bestrafung ein. Du hast genügend Abwechselung, hast Dein Vergnügen, Deine Arbeit, Deine Freunde. Ich habe nur Dich.  

Es macht mir unbeschreibliche Freude, wenn Du mit mir sprichst! Den Sinn Deiner Worte werde ich nie verstehen, aber Deine Stimme, die sich zu mir wendet. Was immer Du mir antust, ich werde es nie vergessen.  

Ehe Du mich schlägst, denke daran, daß ich der Stärkere bin und ich Dich mit einem Biß töten könnte, daß ich aber keinen Gebrauch davon mache. Ehe Du mich unwillig anbrüllst, mich bockig oder faul nennst bedenke, daß mich vielleicht ungeeignetes Futter quält, das Du mir gabst, ich vielleicht der brennenden Sonne zu lange ausgesetzt war oder ein verbrauchtes Herz habe.

Besonders wenn ich alt werde, kümmere Dich um mich. Auch Du wirst einmal alt werden. Gehe jeden Weg mit mir, auch das letzte Stück! Sage nie: „Ich kann nicht mit ansehen“ oder „Es soll in meiner Abwesenheit geschehen“. Alles ist leichter für mich, alles! Wenn Du bei mir bist.